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„work&study“ macht Lust auf Lernen - lebenslang und selbstbestimmt.

Bild von einer Strasse in einer Landschaft

PROJEKTBESCHREIBUNG

"work&study" – Offene Hochschulen Rhein-Saar vereint als Verbundprojekt im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" die Hochschulen Koblenz, Bonn-Rhein-Sieg, Worms und die HTW Saar, um ein länderübergreifendes, wirtschaftswissenschaftliches Studienangebot zu entwickeln. Dieses Studienangebot adressiert sogenannte "nicht-traditionelle" Zielgruppen.

"work&study" bricht alte Strukturen und zeigt neue Wege auf, um die individuellen Lernbedürfnisse dieser Zielgruppe zu berücksichtigen. Im Gegensatz zu klassischen Studien- und Weiterbildungsangeboten werden im Verbundprojekt Studienangebote im Blended Learning zur berufsbegleitenden Weiterqualifizierung auf unterschiedlichen Niveaustufen entwickelt und realisiert. Diese Angebote sind zunächst im Fachbereich der Wirtschaftswissenschaften verankert und umfassen neben verschiedenen Modul- und Zertifikatsabschlüssen einen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang mit den drei Vertiefungsrichtungen "Versicherungswirtschaft", "Wirtschaftsinformatik" und "Außenwirtschaft".

"work&study" orientiert sich an den Bedarfen der zukünftigen Arbeitswelt. Durch die Prinzipien des Lebenslangen und des Problembasierten Lernens wird die Freude am Lernen und an der Lösung komplexer Problemstellungen vermittelt.

Seit Februar 2018 befindet sich das Projekt in der zweiten Förderphase. Hier sollen auf Basis der Erfahrungen der ersten Förderphase hochschul- und länderübergreifende Lösungswege zur Implementierung polyvalenter Studienangebote in Blended Learning für nicht-traditionell Studierende entwickelt werden. Diese Lösungswege werden in Form einer virtuellen Informations- und Vernetzungsplattform der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, um auf dieser Basis den Erfahrungsaustausch mit anderen Bildungseinrichtungen anzuregen. Damit dieses Angebot praktisch nutzbar wird, sollen alle relevanten Bereiche der polyvalenten hochschul- und länderübergreifenden Angebotsentwicklung abgedeckt werden. Hierzu gehören folgende Blickwinkel:

  1. Lehrende und ihre didaktischen und multimedialen Kompetenzen
  2. Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen
  3. Unterstützungsbedarfe und -systeme für nicht-traditionell Studierende
  4. strukturelle und organisatorische Voraussetzungen.

Da gleichzeitig auch weitere Studienangebote geschaffen werden, findet ebenfalls eine praktische Überprüfung der Lösungswege statt. Die Entwicklung praxisorientierter Lösungswege dient somit perspektivisch auch der Umsetzung eines polyvalenten, hochschul- und länderübergreifenden Bachelor-Studiengangs im Blended Learning-Format für die Zielgruppe der nicht-traditionell Studierenden. Abgerundet werden die Arbeiten durch parallel durchgeführte angewandte Forschung.



PROJEKTZIELE

Das Ziel des Verbundprojektes ist es, nicht-traditionell Studierenden über zeitlich und räumlich flexible Lernstrukturen die Teilhabe an der akademischen Bildung zu ermöglichen. Hierzu werden im Verbund mehrwertige Module entwickelt, die auf den individuellen Bildungsbiographien und den aktuellen Lebenssituationen der Zielgruppe abgestimmt sind. Auf diese Weise soll eine nachhaltige Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen dem beruflichen und dem akademischen Bildungssystem erreicht werden.

In der zweiten Förderphase zielt das Projekt zusätzlich auf die Erstellung einer nachhaltigen integrierten Informations- und Vernetzungsplattform mit strategischen und operativen Handlungsleitlinien zur Implementierung polyvalenter Studienangebote im Blended Learning-Format für nicht-traditionell Studierende. Darin sollen Erfahrungen und Ergebnisse aus beiden Förderphasen einfließen. Die damit verbundenen Handlungsempfehlungen sollen folgende Dimensionen abdecken

  • flexible und nachhaltig nutzbare Modulentwicklung
  • Bedürfnisse der Lehrenden bei der Entwicklung und Umsetzung polyvalenter Studienangebote im Blended Learning-Format für nicht-traditionell Studierende (Unterstützungsangebote, technische Voraussetzungen, didaktische Umsetzung)
  • Anrechnungsprozesse und Akzeptanzsteigerung
  • Erfordernisse von Orientierungs-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die Zielgruppe der nicht-traditionell Studierenden
  • strukturelle Voraussetzungen zur Implementation polyvalenter, hochschul- und länderübergreifender Studienangebote, z.B. rechtliche und organisatorische Aspekte.

Sowohl die Ergebnisse der intendierten Forschung als auch die geplanten praktischen Maßnahmen sollen im Anschluss an die zweite Förderphase dazu dienen, zusätzlich zu einzelnen Modul- und Zertifikatsangeboten perspektivisch einen Bachelorstudiengang für nicht-traditionell Studierende im Blended Learning-Format aufzubauen.

Insgesamt wirkt sich "work&study" bei der Realisierung seiner Ziele in folgenden Dimensionen innovativ aus:

  • Alle Angebote werden im Blended Learning-Format realisiert.
  • Insbesondere werden die beruflichen sowie die persönlich-individuellen Lebensumstände der angesprochenen Zielgruppen berücksichtigt. Die Angebote sichern damit die Vereinbarkeit von Beruf, persönlichen Umständen und Studium.
  • Die Studienangebote bieten ein flexibles und offenes Bildungsangebot. Modul-, Zertifikats- und Studienabschluss sind parallel angebotene Ziele, für die sich der/die Studienteilnehmer*in frei entscheiden kann. Die Entscheidung ist zugunsten eines geänderten Studienziels reversibel.
  • Bisher erbrachte Qualifikationen aus der beruflichen Ausbildung sowie aus akademischen und nicht-akademischen Weiterbildungen werden in Abstimmung mit den beteiligten Kammern auf die zu erbringenden Studienleistungen angerechnet.
  • Die Studienzufriedenheit und Studienerfolgsquote werden durch ein besonderes Informations-, Beratungs- und Betreuungsangebot erhöht.

ANERKENNUNG & ANRECHNUNG

„Durchlässigkeit erhöhen, Lebenslanges Lernen ermöglichen.“

Nicht-traditionell Studierende haben auf ihrem Ausbildungs- und Berufsweg häufig bereits Kompetenzen erworben, die auch in Teilen des Studiums vermittelt werden. Ziel ist es die bereits auf dem Bildungsweg erworbenen Kompetenzen auf das Studium anzurechnen und entsprechend Verfahren zu entwickeln. Hierdurch wird ein Doppelaufwand für die Studierenden vermieden.

Bei der Diskussion um die Anerkennung und Anrechnung von Leistungen wird häufig der Aspekt nicht beachtet, dass es sich hierbei nicht um eine Einbahnstraße in Richtung beruflicher Bildung im Studium handelt. Studienabbrecher*innen haben während ihres Studiums in der Regel eine Reihe von Kompetenzen erworben, die im Berufsleben wertvoll sind. Einige Unternehmen haben das Potenzial der Gruppe der Studienabbrecher*innen bereits erkannt und wollen diese aktiv bewerben. Hier soll in Zusammenarbeit mit den Unternehmen und Kammern intensiv untersucht werden, welche Modulgruppen z.B. in Form eines bestimmten Zertifikats für eine Berufsausbildung oder Weiterqualifizierung anerkannt werden können.


GEPLANTES ANGEBOT

Im Gegensatz zu klassischen Studien- und Weiterbildungsangeboten werden im Verbundprojekt „work&study“ Studienangebote im Blended Learning zur berufsbegleitenden Weiterqualifizierung entwickelt und realisiert.

Die Entwicklung der Studienangebote bieten ein flexibles und offenes Bildungsangebot und erfolgt auf unterschiedlichen Niveaustufen. Entsprechend sind Modul-, Zertifikats- und Studienabschluss parallel angebotene Ziele, für die sich der/die Studienteilnehmer*in frei entscheiden kann. Die Entscheidung ist zugunsten eines geänderten Studienziels reversibel.

Alle Angebote sind zunächst im Fachbereich der Wirtschaftswissenschaften verankert und umfassen neben verschiedenen Modul- und Zertifikatsabschlüssen, einen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang mit den drei Vertiefungsrichtungen "Versicherungswirtschaft", "Wirtschaftsinformatik" und "Außenwirtschaft".


FORSCHUNG

"work&study" ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Somit erfüllt das Verbundprojekt neben der Entwicklung neuer und innovativer Studienangebote gleichermaßen einen Forschungsauftrag. Im Fokus der wissenschaftlichen Auseinandersetzung stehen die bereits erwähnten vier Blickwinkel, zu denen folgende Forschungsfragen bearbeitet werden:

Blickwinkel 1 - Lehrende und ihre didaktischen und multimedialen Kompetenzen

Froschungsfrage 1

Welche subjektiven, strukturellen und institutionellen Hürden existieren für Lehrende bei der Identifikation mit der Zielgruppe nicht-traditionell Studierender?

    1. Welche strukturell bzw. institutionell hemmenden Faktoren führen zu einer verringerten Bereitschaft, Lehr-Lernangebote für nicht-traditionell Studierende zu öffnen?
    2. Welche in der Lehre bestehenden sich hemmend auswirkende Kompetenzfelder sind für eine verringerte Bereitschaft, Lehr-Lernangebote für nicht-traditionell Studierende (weiter) zu entwickeln, verantwortlich?
    3. Welche Informations- und Unterstützungsangebote sind in der Lage, strukturell bzw. institutionell hemmende Faktoren abzubauen?
    4. Welche Unterstützungs- und Weiterbildungsformen sind in der Lage subjektive bzw. die eigenen Kompetenzfelder betreffenden hemmenden Faktoren zu verringern?


  1. Fokus: Mathematik, Statistik und Wirtschaftsinformatik
    Forschungsfrage 2:

    Wie können die entwickelten eLearning-Strukturen vereinfacht bzw. unterstützt werden, damit Lehrende diese selbstständig pflegen und nachhaltig weiterentwickeln können?

    1. Wie kann die Usability der verwendeten Interaktionstools (MathCoach und LearningApps) verbessert werden, so dass die Lehrenden nicht über (umfangreiche) Programmierkenntnisse verfügen müssen, um ihre Inhalte einzupflegen und individuelle Anpassungen vornehmen zu können?
    2. Welche minimalen Anforderungen im Bereich der Programmierung befähigen Lehrende zur individuellen Anpassung/Nutzung der verwendeten Interaktionstools zu eigenen Lehr-Lernzwecken?
    3. Welche Angebote können Lehrende bei der Nutzung der eLearning-Strukturen unterstützen?
    4. Wie können eLearning Angebote nachhaltig gepflegt, angepasst und bereitgestellt werden?


  2. Forschungsfrage 3:

    Wie können die entwickelten eLearning-Strukturen auf andere Gebiete oder Anwendungen übertragen werden?

    Spezialisierung MathCoach: Übertragbarkeit Fachdisziplin (htw saar)
    1. Welche Methoden und Strategien der dynamischen Aufgabengenerierung und des intelligenten Feedbacks von MathCoach eignen sich für eine Übertragung von der mathematischen Fachdisziplin auf andere Fachdisziplinen?
    2. Spezialisierung LearningApps: Übertragbarkeit Open Educational Ressource
    3. Wie kann für die Lehrenden die Attraktivität zur Veröffentlichung der LearningApps als OER gesteigert werden?


  3. Blickwinkel 2 – Anrechnung

    Froschungsfrage 4:

    Welche Aspekte der Anrechnung von außerschulisch erworbenen Kompetenzen sind für die kritische Haltung der Lehrenden und Mitarbeiter*innen zentraler Einrichtungen gegenüber der Anrechnung verantwortlich?

    1. Wie kann diese kritische Haltung abgebaut werden?
    2. Welche Strukturen bzw. Angebote sind hierzu zu etablieren?


  4. Blickwinkel 3 – Unterstützungssysteme für nicht-traditionell Studierende

    Froschungsfrage 5:

    Welche ergänzenden Beratungs-, Orientierungs- und Unterstützungsbedarfe weist die Gruppe der nicht-traditionell Studierenden auf und wie kann ein Hochschul-Unterstützungssystem gestaltet sein, um diesen Bedürfnissen der NTS gerecht zu werden?



  5. Blickwinkel 4 - Strukturelle Voraussetzung zur Implementation polyvalenter, hochschul- und länderübergreifender Studienangebote

    Froschungsfrage 6:

    Welche vorherrschenden organisatorischen Hürden müssen zur Realisierung hochschul- und länderübergreifender polyvalenter Studienangeboten überwunden werden?

    1. Welche organisatorischen Probleme existieren?
    2. Welche Lösungsansätze existieren unter aktueller Rechtslegung für diese organisatorischen Hürden?


  6. Froschungsfrage 7:

    Welche Strukturen müssen geschaffen werden, um eine gegenseitige pauschale Anerkennung im Verbund als Nukleus für einen länder- und hochschulübergreifenden kumulativen Bachelor zu begünstigen?


Alle aus dieser Forschung gewonnenen Erkenntnisse gehen in die operative Projektarbeit ein.

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